Meine ersten Gedanken zum amerikanischen Remake von "Oldboy" waren sehr stark von einem anfänglichen Schock direkt nach der Sneak-Preview dominiert und haben mich sehr aufgewühlt zurück gelassen
.
Da ich oft am Besten mit extremen Situationen bzw. Eindrücken umgehen kann, wenn ich mich mit der Thematik auseinandersetzte, habe ich mich während der letzten zwei Tage wiederholt über den Film und sein Original von 2003 informiert und darüber nachgedacht (nachdenken müssen), was er in mir ausgelöst hat.
Für das insgesamte Verständnis des Filmes haben mir insbesondere die Informationen und Hintergründe zum Original-Film von 2003 geholfen.Wenn man nämlich weiß, dass der amerikanische Film von 2013 auf einen südkoreanischen Film von 2003 basiert, werden viele Motive der Handlung viel leichter verständlich und besser "verdaulich", da sie in die sonst gezeigten amerikanischen Filmmuster nicht so recht hinein passen wollen.
Insgesamt lautet meine Überlegung nun, dass auch wenn der Film streckenweise unglaublich brutal ist und est für uns fast unerträglich wurde, ihn zu Ende zu schauen, es schlussendlich vielleicht doch nicht schlecht war ihn zu sehen, weil
- er viele Facetten menschlicher Emotionen so rüberbringt, dass sie sprichwörtlich unter die Haut gehen;
- er von einem Hauptdarsteller getragen wird, der insbesondere die Jahre in der Gefangenschaft sehr, sehr gut spielt und ich beim zuschauen immer wieder überrascht war, wie überzeugend Josh Brolin die unterschiedlichsten Emotionen rüberbringen kann, insbesondere da er eine lange Zeit eine "Ein-Mann-Show" liefern muss;
- der Verlauf der Geschichte eigentlich bis zum Schluss immer dann eine unerwartete Kehrtwende nimmt, wenn man gerade dachte: jetzt hab ich rauß, worauf er rausläuft;
- der Film den Zuschauer immer und immer wieder an der Nase herum führt und ihn an die Grenzen des für ihn erträglichen, moralisch vorstellbaren und oft fälschlicherweise als "richtig" angenommenen heran führt.
Meiner Meinung nach kann man "Oldboy" sogar zu gute halten, dass er schlussenlich überhaupt nicht nach den üblichen Maßstäben gefallen will, sondern dass er provoziert und hierdurch wahrlich Gesprächsstoff liefert.
Für meine Freundin und mich, die wir beide die Geschichte nun das erste Mal kennen gelernt haben, ist ein weiteres Argument noch, dass uns "Oldboy" (2013) nicht wie sonst so mancher Kommerz-Schlager nur wieder erzählt, was schon so oft in anderer Form bereits erzählt wurde. Da genau dies jedoch ein großer Kritikpunkt von alten "Oldboy" Fans am Remake ist, haben wir uns jetzt entschlossen, das Original tatsächlich auch noch anzuschauen, um uns dann vielelicht eine endgültige Meinung zu diesem sehr intensiven Kinoerlebnis machen zu können.
Abschließend ist noch zu sagen: schaut euch den Film (wohl eher die Version von 2003, als die von 2013) am Besten wirklich nur dann an, wenn ihr Thriller und schokierende Wendungen und Brutalität in Filmen mögt...
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