Donnerstag, 5. Dezember 2013

Überlegungen zu "Oldboy"

Meine ersten Gedanken zum amerikanischen Remake von "Oldboy" waren sehr stark von einem anfänglichen Schock direkt nach der Sneak-Preview dominiert und haben mich sehr aufgewühlt zurück gelassen
.
Da ich oft am Besten mit extremen Situationen bzw. Eindrücken umgehen kann, wenn ich mich mit der Thematik auseinandersetzte, habe ich mich während der letzten zwei Tage wiederholt über den Film und sein Original von 2003 informiert und darüber nachgedacht (nachdenken müssen), was er in mir ausgelöst hat.

Für das insgesamte Verständnis des Filmes haben mir insbesondere die Informationen und Hintergründe zum Original-Film von 2003 geholfen.Wenn man nämlich weiß, dass der amerikanische Film von 2013 auf einen südkoreanischen Film von 2003 basiert, werden viele Motive der Handlung viel leichter verständlich und besser "verdaulich", da sie in die sonst gezeigten amerikanischen Filmmuster nicht so recht hinein passen wollen.
Insgesamt lautet meine Überlegung nun, dass auch wenn der Film streckenweise unglaublich brutal ist und est für uns fast unerträglich wurde, ihn zu Ende zu schauen, es schlussendlich vielleicht doch nicht schlecht war ihn zu sehen, weil
- er viele Facetten menschlicher Emotionen so rüberbringt, dass sie sprichwörtlich unter die Haut gehen;
- er von einem Hauptdarsteller getragen wird, der insbesondere die Jahre in der Gefangenschaft sehr, sehr gut spielt und ich beim zuschauen immer wieder überrascht war, wie überzeugend Josh Brolin die unterschiedlichsten Emotionen rüberbringen kann, insbesondere da er eine lange Zeit eine "Ein-Mann-Show" liefern muss;
- der Verlauf der Geschichte eigentlich bis zum Schluss immer dann eine unerwartete Kehrtwende nimmt, wenn man gerade dachte: jetzt hab ich rauß, worauf er rausläuft;
- der Film den Zuschauer immer und immer wieder an der Nase herum führt und ihn an die Grenzen des für ihn erträglichen, moralisch vorstellbaren und oft fälschlicherweise als "richtig" angenommenen heran führt.

Meiner Meinung nach kann man "Oldboy" sogar zu gute halten, dass er schlussenlich überhaupt nicht nach den üblichen Maßstäben gefallen will, sondern dass er provoziert und hierdurch wahrlich Gesprächsstoff liefert.
Für meine Freundin und mich, die wir beide die Geschichte nun das erste Mal kennen gelernt haben, ist ein weiteres Argument noch, dass uns "Oldboy" (2013) nicht wie sonst so mancher Kommerz-Schlager nur wieder erzählt, was schon so oft in anderer Form bereits erzählt wurde. Da genau dies jedoch ein großer Kritikpunkt von alten "Oldboy" Fans am Remake ist, haben wir uns jetzt entschlossen, das Original tatsächlich auch noch anzuschauen, um uns dann vielelicht eine endgültige Meinung zu diesem sehr intensiven Kinoerlebnis machen zu können.

Abschließend ist noch zu sagen: schaut euch den Film (wohl eher die Version von 2003, als die von 2013) am Besten wirklich nur dann an, wenn ihr Thriller und schokierende Wendungen und Brutalität in Filmen mögt...

Dienstag, 3. Dezember 2013

Tag der Überraschungen

Der heutige Tag stand ganz unter dem Motto: Überraschungen.
Meine eigenen Überraschungen an einige meiner Lieben habe ich per Post endlich losschicken können. Dann habe ich mich spontan mit einer Freundin zum Long-Bord fahren getroffen und schließlich waren wir nach diesem wunderschönen, sonnigen Tag noch in der Sneak. Hier dann die wirklich schlechteste Überraschung des Tages: das amerikanische Remake des südkoreanischen Film-Erfolgs "Oldboy". Auf keinen Fall zu empfehlen!

Mein Türchen für heute findet ihr in der Kategorie "Adventskalender"!

Sonntag, 1. Dezember 2013

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt...


Advent, Advent ein Lichtlein brennt! Meine körpereigene "Glühbirne" will jedoch gerade nicht mehr so sehr arbeiten, da sie schon zu lange damit beschäftigt gewesen ist, Adventskalender zu basteln.
Wenn mir mal jemand früher gesagt hätte, wie aufwendig sich das schlussendlich gestaltet, hätte ich es mir doch tatsächlich noch einige Male mehr überlegt, ob ich es tatsächlich machen soll ;-)
Ich muss jedoch ganz eindeutig anmerken, dass es mir sehr viel Spaß gemacht hat und mir diese Art von Geschenken zu machen immer viel, viel lieber ist, als irgendwas in der Eile zu kaufen. Und wenn ich dann eben schon eine kleine "Studienerholungs-Phase" einlege, kann es ja nicht schaden, anderen eine Freude zu bereiten!
Was sich in den Kalendern verbirgt, kann leider an dieser Stelle nicht verraten werden, da es ja sonst unter Umständen keine Überraschung mehr wäre!

Ein kleiner Ausschnitt:




Damit jedoch ihr alle auf eure Kosten kommt, werde ich auch hier im Blog jeden Tag ein "Türchen" für euch öfnnen (siehe "Adventskalender").

Viel Spaß dabei!

Eure Pino

Dezember 2013: und die Reise geht weiter!

Liebe Besucher,

nach einer langen Pause habe ich mich entschieden, meinen Blog, mit neuen Themen, wieder aufzunhemen!

Auch wenn ich mich derzeit nicht im Ausland aufhalte, bin ich doch der Meinung, dass das Leben eigentlich immer und egal, wo man gerade ist, ein Abenteuer und eine Reise ist!

Mein erstes Projekt ist es nun, euch die Adventszeit zu versüßen und zwar mit einem Pino-Adventskalender!

Lasst euch also überraschen!

Viele Grüße!

Dienstag, 21. Dezember 2010

12.6. oder was ein Hostel mit sich bringt

Meine Lieben,
was ist das, was es ist? Kann es sich jemand erklären? Nein? 
Ich roch es zunächst einmal.
Es kam aus dem Ofen und stank furchtbar und niemand wusste so recht im ersten Moment, mit was wir es zu tun hatten.
Was da schlussendlich  im Ofen vor sich hin schmolz: Eine Plastik-Kaffedose, welche vor unserem koffeinsüchtigen Freund versteckt werden sollte! 


Ich nenne es moderne Kunst ;)

Liebe Grüße,

V.

Mabiene zu Besuch 16.5-28.5.

Ihr Lieben,
wie die meisten wissen hat mich im Mai für fast zwei Wochen meine liebe Mabiene besucht.
Wir hatten eine sehr schöne, aufregende und vertraute Zeit. Es tut manchmal einfach gut, zum Beispiel Haushaltsfragen mit einem gewissen Abstand hinterfragen zu können ;)
Natürlich haben wir uns nicht ganz der starken Hitze schlagen gegeben.
Unsere Highlights waren:

Das "Indigo Festival" in Bet She´an (Norden), bei dem drei Tage lang gefeiert wurde und der Beat auch nachts im Zelt nicht nachlies.


Die Besuche in der Altstadt und Tel-Aviv und natürlich Jerusalem selbst. Auf dem Bild unten sieht man eine Gruppe neu eingewanderter Soldaten. Mir ist schon oft bei Reisen innnerhalb des Landes aufgefallen, dass bei den wichtigen Sehenswürdigkeiten Einheiten der Armee zu finden sind, welchen von anderen Soldaten diese erklärt werden. Vielleicht nach dem Motto: Seht her, was wir in diesem schönen Land zu verteidigen haben.
 
Besonders herrlich war unser Besuch am Toten Meer und wie sehr sich Mama gefreut hat "zu schweben" :)
Zudem ist es eine sehr interessante Erfahrung, Besuch zu haben der Israel nicht kennt und auf einmal die Person zu sein, die hier lebt, ein bisschen die Sprach spricht und sich auskennt. Ich genieße es sehr jemandem der mir so nahe steht meine Umgebung zu zeigen und Erfahrungen teilen zu können.

Liebe Grüße,

V.

Sonntag, 16. Mai 2010

"Highlight" des 8. Monat

Ihr Lieben,

in gewisser Weise ist sehr viel und doch nicht allzu viel erzählenswertes passiert.

DAS Highlight der letzten Wochen war definitiv die gesterige Schicht.

Man stelle sich vor, dass der stärkste (Zigarettensüchtige) Bewohner den gesamten Tag sehr unruhig ist und dies eh schon auf die anderen bewohner abfärbt.
Man setze sich mit allen sieben Bewohnern an einen Tisch um Abend zu Essen. Omri steht alle paar Minunten auf und hat seine Ticks, die anderen sind relativ ruhig. Der schichthabende Worker geht ins Büro um etwas nachzuschauen. Omri probiert ins Büro zu gehen, was nicht klappt. Daraufhin kommt er zurück und schlägt Misha zweimal auf den Hinterkopf und es scheint er gehe die Treppen hinauf. Die andere Workerin und ich sind schon geschockt, als Omri wieder kehrt macht und voller Wut in den Augen ALLES vom Tisch abräumt und um sich schlägt.
Misha rennt kreischend nach oben in sein Zimmer.
Was Omri macht bekomm ich nicht genau mit, denn ich sehe dass Raphael komplett am austicken ist, sich selbst schlägt, um sich schlägt und kreischt wie am Spieß (20 min. oder so).
Ich drehe mich um und sehe wie Efrat Arava mit voller Wucht an den Haaren zieht. Shaby ist super verängstigt und wenn er weinen könnte würde er es definitiv.
Mein Herz schlägt wie wild und ich bin komplett überfordert und alles ist BALAGAN (Chaos).
Dann drehe ich mich noch einmal und sehe wie Meni lachend (er liebt Chaos) am Tisch sitzt und alle Teller in seiner Näher erstmal in aller Seelenruhe leerisst und ich muss furchtbar lachen....
Aufgrund dass eine Bewohnerin gequirltes Essen isst war ich übergossen mit einem flüssigen Salat, Ei, Brot, Trinah Mix und wollte eigentlich nur weggehen und meine Ruhe haben...
Oh Mann, und das alles weil wir neue männliche Worker bekommen, welche Omri nicht kennt....

Allgemeines:
Hier ist es Sommer und heute fast unerträglich heiß mit einer Wüstenstaubwolke überm Himmel, weshalb die Luft sehr trocken ist.
Mama kommt heute und ich freue mich sehr!

Alles Liebe,

V.

Montag, 26. April 2010

Ägypten

Ihr Lieben,

wie ich im Vorneherein erwähnt hatte war ich vom 8.4.-19.4. mit Justus in Ägypten.
Dieser Eintrag soll vor allem dazu dienen mich gesund und munter wieder in Jerusalem zurück zu melden.

Unsere Reise in kurz:
8.4. Fahrt von Jerusalem nach Kairo über den Grenzübergang Eilat/Taba mit drei verschiedenen Bussen.
9.4. Besuch des arabischen Viertels und des ägyptischen Museums in Kairo, erste Mal Nil sehen.





10.4. Besuch der Pyramiden von Gizeh :) und Weiterfahrt nach Asuan


11.4. Ankunft in Asuan, über den Markt und am Nil entlang schlendern
12.4. Besuch der "Elefanteninsel", der koptischen Kirche und Fahrt mit einer Felucca


 13.4. Besuch der "tomb of the nobles", Fahrt nach Luxor, Treffen mit zwei anderen deutschen Freiwilligen


 
14.4. Besuch des "Tal der Könige", "Tal der Königinnen" und anderen Steinen ;)


15.4. Fahrt mit einer Felucca zur "Bananainsel"
16.4. Schlendern durch Luxor, 18 Stunden Busfahrt nach Dahab


17.4. Ankunft in Dahab, erst mal schlafen, nettes Touristenörtchen erkunden
18.4. Schnorcheln im Roten Meer -> Begegnung mit einer Wasserschildkröte, vielen Korallen und noch mehr Fischen!! :)
19.4. Rückfahrt nach Jerusalem und ausspannen und gut essen :)

Damit die Reiserute besser nachvollziehbar wird: Ägypten

Alles in allem war es sehr sehr lohnenswert und schön diese zwölf Tage gemacht zu haben und noch ein paar neue Facetten des Mittleren Osten kennen zu lernen ;)

Alles Liebe,

V.

Donnerstag, 1. April 2010

Pesach

Ihr Lieben,
hier die Geschichte, wie ein deutscher Volontär in Jerusalem an sein ganz persönliches "Leila Ceder" Essen kam:
Eine normale Nachtschicht steht bevor. Da erst eine Person schläft, bleibt S. wach und ist ganz erstaunt, als es auf einmal an der Türe seiner Einrichtung klopft. Ein bisschen skeptisch macht er die Türe auf und sieht drei Typen vor sich stehen, welche ihn darum bitten, ihren Stromschalter im Sicherungskasten umzulegen, der ihnen rausgefallen ist, da sie es als religiöse Juden nicht machen dürfen (kein Feuer entfachen).
Nachdem er der Nachtschicht die Situation erklärt hat und diese Bescheid weiß, folgt er etwas skeptisch den drei Männern in ein benachbartes Haus. Dort geht es erstmal durch einen dunklen Hausflur und in der Wohnung angekommen wird ihm erklärt, wie der Strom wieder angeht. Als dieser Part auch geschafft ist, entdeckt S. voller Erstaunen eine komplette Großfamilie versammelt um einen Tisch, die ihn nun als "Held des Abends" an ihrem Festmahl teilhaben lässt ^^

Mein Leila Ceder habe ich im Hostel verbracht und habe so auch Pesachessen kennengelernt, das hier leider nicht so gut schmeckt wie woanders, aber was solls ;)

Gestern haben wir einen wunderschönen Ausflug mit allen Bewohnern in die Jerusalemer Umgebung gemacht.
Wie auf den Bildern unschwer zu erkennen ist, können wir zur Zeit ein GRÜNES Israel sehen und das ist so schön. Dazu gibt es momentan angenehme Temperaturen zwischen 20° und 30° Grad und darüber lässt sich nichts sagen :)
Alles Liebe,
V.

Freitag, 26. März 2010

23.-25.3.

Ihr Lieben,

diese Woche war ich gleich zweimal in Tel Aviv und zwar vor allem am Meer.
Am Dienstag lief ich mit einer Freundin vier Stunden lang bei Sonnenschein und sehr starkem Wind am Strand entlang und das war wunderschön. Gestern, also Donerstag dann lag ich vor allem herum und habe die Sonne auf mich scheinen lassen ;)
Dazwischen, also am Mittwoch, habe ich mit einem Freund in Jerusalem eine Gallerie besucht und war unglaublich von den Werken berührt, die der Holocaust Überlebende Motke Blum zeichnet oder bildet. http://www.motke.com/ Selbst auf seine Aufforderung hin, mir eine Postkarte auszusuchen konnte ich mich nicht für eine entscheiden, weil für mich alle seine Werke miteinender zu tun haben und als ganzes betrachtet werden müssen, um sie "verstehen" zu können..
Jetzt habe ich Wochendende und muss erst am Montag wieder arbeiten :D
Anfang nächster Woche beginnt Pesach und das heißt wieder Arbeit, Arbeit,Arbeit, da die Bewohner keine Schule/Meytal (Workingplace) haben und 24/7 betreut werden müssen, aber als kleinen Ausblick habe ich einen 12tägigen Urlaub in Ägypten Anfang April! :)
So, nun noch ein paar Fotos der letzten Tage:

Tel Aviv (Dienstag)

Brezeln mitten in Tel Aviv, sogar mit Schinken UND Käse!! Das war ein Genuss!


Blick auf Jaffo (wegen Wind war es sehr "schleierhaft")


Blick auf das Meer und Tel Aviv von Jaffo aus.


Jerusalem: Männer in Altstadt; Künstlergallerie.


Ich wünsche allen schonmal eine gute Osterzeit,

alles Liebe,

V.

Dienstag, 23. März 2010

21.3, Ausflug Srachschule

 Ihr Lieben, 

Jerusalemansichten.
 

Alles Liebe,

V.



19.-20.3.

Ihr Lieben,
ohne viele Worte.
Wahrscheinlich kommt euch das eine oder andere Bild bekannt vor, denn das sind die die ihr in den Nachrichten zu sehen bekommt. Ich war da.
Freitagsgebet vor Damaskustor:

Weltpresse; Soldaten; Betende


Betlehem:

Graffities auf Mauer; Eingang Flüchtlingslager


Alles Liebe,

V.

Mittwoch, 17. März 2010

Ihr Lieben,

Ich habe jetzt schon so lange nicht mehr geschrieben, dass es langsam schon mit dem Hinterherkommen schwer wird. Es ist viel passiert. Eineinhalb Monate sind vergangen und inzwischen wurden  zwei “Hürden” genommen: Die “goldene Bergspitze”, also Halbzeit der 11 Monate hier und das Ende des sechsten Monats.
Doch von Anfang an.

Februar:

Ich drohe an einer einstürzenden Decke zu ersticken. Viel Arbeit, wenig Sonnenschein und eisige Temperaturen herrschen seit einiger Zeit vor. Israelischer Winter eben.
Am 6.2. Entschließe ich mich meinen freien Shabbat zu nutzen und etwas kulturelles zu unternehmen. Also fahre ich morgens mit dem “Hostelbus” mit und werde beim Israelmuseum abgesetzt. Dort ist es sehr interessant und ich bleibe einige Stunden dort, um mir alles anschauen zu können und Fotos zu machen.














Dieses zweite Bild zeigt eine Skulptur im Museumsgarten, welche Negev heißt. Mir gefällt sie besonders gut, da der Stein typisch für die israelische Wüste ist und sie auf einer für israelische Verhältnisse sehr grünen Wiese steht. Und wenn es den Großteil des Jahres in der Negev etwas gibt, dann sind das Steine und keine Wiese.
Bei den folgenden Bildern handelt es sich um ein begehbares Ausstellungsstück im selben “Garten”, welcher ganz weiß ist und eine große Viereckige Öffnung in der Ecke hat, wodurch man den Himmel betrachten kann. Bei dem ersten der beiden Bilder mag ich den Kontrast aus dem ganz blauen, weiten Himmel und der Begrenzung durch die scharfen Ecken. Das zweite finde ich sehr gelungen durch die unterschiedlichen Farbtöne des blauen Himmels, welche durch die Sonne verändert werden und dass die Sonne als solche zu erkennen ist.
 


Das nächste Bild zeigt den oberen Teil des begehbaren Raumes und wurde von einem Künstler auf drei der vier wichtigsten Sprachen Israels mit demselben Spruch beschriftet.


Das Wahrzeichen Jerusalems: Löwen (hier in sehr abstrakter, aber dennoch sofort erkennbarer Form):


Das Museum liegt ungefähr 15-20 Autominuten von uns entfernt und liegt auf einer Anhöhe auf dem Universitätsgelände Jerusalems. Aufgrund der scheinbar etwas weiteren Entfernung von unserem zu hause war ich ganz erstaunt, als das Wahrzeichen unseres Stadtteils, di Jerusalem Mall (auch “Kanyon” oder “Malha- Mall” genant) in der ferne entdeckt habe (Bildmitte).


 Liebe auf hebräisch:


 Dieser Spruch ist doch einfach wunderbar:



Da dieser Ausflug ja an einem Shabbat stattfand, musste ich nach Hause laufen. Es war ein wirklich schöner einstündiger Spaziergang, bei zwar eisigen Temperaturen, aber blauem Himmel und Sonnenschein.
Beim betreten des Hostels ist mir mal wieder diese Blüte aufgefallen, welche zu diesem Zeitpunkt schon zwei Wochen blühte und es noch heute tut!
 Ich bin auch ein Löwe (großer Merlin):



Der nächste Tag: 07.02.2010: Mein Geburtstag!
Morgens werde ich von meinen zwei Mitbewohnerinnen aufgeweckt. Lauren machte zum Frühstück leckere Pfannenkuchen mit einer süßen Quarkcreme. Auch Merlin war bei der Gratulation mit dabei:

 Nach dem Frühstück überlege ich mir, was mit diesem schönen Tag wohl am Besten anzufangen ist. Nach anfänglicher Ratlosigkeit stelle ich mir selbst die Frage, was ich schon immer mal gerne gemacht hätte, es aber noch nicht umgesetzt habe. Dabei komme ich darauf, dass ich mir schon lange denke, wenn ich mir ein Pircing machen lassen würde, dann die Nase.
Entschluss gefasst. Gesagt, getan. Ich breche ins Jerusalemer Zentrum auf. Da ich doch sehr nervös ob meines Entschlusses bin, erfülle ich mir andere Wünsche zuerst (Kette reparieren, Kleidung kaufen, lecker essen…) und lasse mir schließlich die Nase piercen!
Abends skype ich einige Zeit mit zu Hause und verbringe dann einen schönen Abend mit der befreundeten WG, welche nur zehn Minuten Fußweg von uns entfernt wohnt.

Vom 09.-11.2. Nehme ich an einem Seminar in Haifa teil Es wird von der Bildungsstätte “Dialog” hie rein Israel ausgeführt und vom Bund gefördert. Es ging drei Tage lang um “Jugend und Erziehung” in Israel. Ich fand die Zeit sehr informativ, denn es wurde das säkulare jüdische-, zionistische-, Teile des arabischen Schulsystems, Pfadfinder sein als soziales außerschulisches Engagement und Erziehung als Teil der israelischen Armee vorgestellt. Außerdem war es mal wieder sehr schön neue Menschen kennen zu lernen!
Am Ende des Seminares habe ich keinerlei Lust nach Jerusalem zurückzufahren, vor allem da ich kurz vor Ende eine SMS erhalten hatte, das ich doch nicht eine “einspringende” Schicht machen brauchte. Nach einigem Hin und Her fahre ich mit drei anderen Mädels nach “Gvar Tikva” (Dorf der Hoffnung), einem Kibbuz im Norden Israels. Dort verbringe ich eine sehr coole Nacht mit fünfzehn anderen deutschen Volontären, welche an diesem Tag ihre Halbzeit feiern.
Der Plan des Abends sieht so aus, dass wir um zwölf Uhr alle zusammen in eine Disko fahren, welche einem Mitarbeiter der dortigen Organisation gehört. Als es dann soweit ist und wir abgeholt werden, handelt es sich bei dem Gefährt um einen extra für uns gebuchten kleinen Reisebus und wir sind alle etwas aufgedreht und hyperaktiv! Die Disko selbst war am Anfang nicht ganz so überwältigend, doch je mehr Zeit verstreicht, desto mehr geniessen wir alles es dort zu sein.
Am nächsten Morgen wache ich in einem Bunker auf, da die Volontäre in Gvar Tikva nur noch diesen frei hatten und fahre zu Lauren (israelische Mitvolontärin) nach Netanya, um dort mein Wochenende zu verbringen.
Schon beim Hinweg entstand dieses Bild der wunderschönen (fast europäisch erscheinenden) Landschaft des Nordens Israels im späten Winter/ Frühling, also nach Regen und vor den ganz heißen Temperaturen.
 

Und wie es dort geduftet hat und die Vögel zwitscherten und was für andere Vögel uns begegneten… einfach herrlich :D



Vom 12.-15.2. verbringe ich Zeit mit Lauren in Netanya.
Schon auf dem Weg vom Kibbuz im Norden nach Netanya merke ich, dass ich mich etwas schwach fühle. Nachdem ich von Laren und ihrem Vater mit dem Auto vom Bus aufgepickt werde, gehen wir erst ins Haus ihrer Mutter (sehr viele Katzen ^^), einem Freund von ihr, den ich schon kenne und dann zum Freitagessen (zum Shabbatbegin) zu ihren Großeltern, welche im 16ten Stock eines Hochhauses wohnen, wodurch man Gebäude in Tel-Aviv und Haifa sehen kann!!
Während des Essens fühle ich mich immer schlechter und fange an zu zittern. Als ich schließlich mit Lauren bei ihrem Vater zu Hause bin steigt meine Temperatur innerhalb kurzer Zeit auf 39 Grad an und ich habe sehr starken Schüttelfrost und will nur noch schlafen.
Leider verhindert mir dieser “Schwächeanfall” am nächsten Tag eine Radtour mit Freunden von Lauren, aber dafür geht es mir Sonntags schon wieder sehr viel besser und ich nutze den Valentinstag für eine über einstündige Wanderung vom Wohnort Laurens Vaters zu meinem geliebten Mittelmeer, wo ich eine lange Zeit einfach nur herumsitze und den Sonnenuntergang genieße….. Bis ein Mann, welcher unbedingt mit mir sprechen möchte, ich ihn nach einer Weile doch recht eindeutig wegschicke der Meinung ist, mich auf den Tag genau 5 Monate nach der Einreise nach Israel, als Erster als Nazi bezeichnen zu müssen.. Aufgrund seines verletzten Stolzes wohlgemerkt….


Nichtsdestotrotz hat sich dieses Ausflug sehr gelohnt und abends treffe ich mich mit Lauren und ihren Freunden.
Montags geht es mit einer langen Busfahrt wieder nach Jerusalem und ab zur Arbeit.

Am 16.2. Schaue ich mir den meiner Meinung nach sehr guten Film “Where the wild things are” in der Jerusalemer Cinematheque an.
Nach einer normalen Wochenendschicht genieße ich Samstag abends (20.2.) den argentinischen , für den Oscar nominierten, Film “El secreto en sus ojos”. Unbedingt EMPFEHLENSWERT!


Am 21.2. Kommt mich Kathi mit einer Freundin besuchen. Kathi ist ehemalige Volontärin meiner Agentur in Israel, mit der ich schon vor einem Jahr, also zu meiner Entscheidungszeit, Israel ja oder nein, e-Mailkontakt hatte. Von daher war es sehr schön sie zu sehen.
Abends waren wir zu dritt in der Altstadt Shisha rauchen. Eigentlich hatte ich vor noch mal ins Kino zu gehen, aber da ich in die falsche Busrichtung beim Umstieg einsteige, sehe ich statt “Inglorious Basterds” ultraorthodoxe Jeruslamer Viertel, von denen ich noch nie etwas bemerkt hatte. Ein Blick mehr auf diese wahnsinnige Stadt!

Mit dem Besuch Kathis setzt eine lange Besucherzeit bei uns in der WG ein. Vom 23.2. an sind zwei junge Russen bei uns zu Besuch, welche Alina am toten Meer kennen gelernt hat. Dasha und Grisha kommen aus der Nähe von China (40 min. mit dem Auto zur Grenze) in Russland. Im Dezember sind sie von dort aus nach Moskau aufgebrochen (mit dem Flugzeug) und durch die Türkei, Syrien und Jordanien nach Israel getrampt. Leider kann sich nur Alina mit den beiden unterhalten, da Dasha im Grunde genommen überhaupt kein und Grisha nur eingeschränkt englisch spricht.








Und wer hätte es gedacht? Es kann tatsächlich HAGELN in Jerusalem ^^




Einen Abend später kommt für zwei Nächte ein amerikanischer Couchsurfer (Darren) zu Besuch, der sich nach einem dreimonatigen Aufenthalt in Südafrika auf dem Rückweg nach New York befindet.



Nachdem Darren wieder abgereist ist, steht am 27.2. Purim (jüdisches Karneval) in Tel Aviv auf dem Programm. Also machen sich Dasha, Grisha, Lauren, Alina und ich uns erst hübsch und dann auf den Weg auf die Florentin in Tel Aviv.



Dort erlebe ich, als Teufel verkleidet, meinen ersten Alkoholabsturz.. Zuvor darf ich mir mehrmals anhören: “Willst du als Teufel verkleidet sein? Das glaubt dir doch eh keiner.. Du siehst aus wie ein Engel!”
Immerhin hab ich mich verkleidet ;)




März:


Am 3.3. erfährt unsere WG einen Besucherrekord mit zwei anderen deutschen Volontären, den beiden Russen, zwei Couchsurfern, einem den Russen bekannten Briten und uns drei Bewohnerinnen den Höchststand.
An diesem Tag treffe ich mich morgens mit zwei anderen ALUT Volontärinnen in der Stadt zum Tee trinken (quatschen) und anschließend Eis essen und anschließend einer weiteren Alut Volontärin aus der Nähe von Tel Aviv zum um die Altstadtmauer wandern (quatschen^^) und neue Sehenswürdigkeiten (“Kirche der Nationen” und Ölberg) zu sehen.

Am 6.3. Schaffe ich es nach über einem Monat endlich wieder zum Basketball und fühle mich dadurch einfach wunderbar!
Mein Trainer meinte nur “Valentina, you came back sharp!” ^^ Im hebräischen würde man dazu nur sagen: “Ese chamud” oder zu deutsch: “Was für ein Süßer” ^^

Vom 8.-10.3. Habe ich das Tote Meer kennen gelernt. Für zwei Nächte habe ich dort mit einem deutschen Volotär aus Jerusalem in Ein Gedi gezeltet.




 Am zweiten Tag haben wir uns das Naturreservat Ein Gedi angeschaut und vor unserer Rückfahrt nach Jerusalem machten wir einen Abstecher nach Ein Bokek, einer sehr unansehnlichen puren Touristenstadt zwischen dem Toten Meer und dem Nirgendwo (Wüste Negev).



Im Naturreservat ist mir zu wiederholten Male hier in Israel aufgefallen, dass man die meisten noch ach so großen Sehenswürdigkeiten am besten schon vor Beginn der Besichtigung zumindest ein wenig relativiert, da es sonst sehr schnell zu Enttäuschungen ob der Größe kommen kann, was aber nicht heißen soll, dass die Dinge nicht trotzdem sehenswert wären!






Letzte Woche nun hat sich der liebe Shay (Mitarbeiter) für fünf Monate nach Indien verabschiedet. Wir werden ihn vermissen, weil er einfach eine sehr gute Seele hat und ein angenehmer Zeitgenosse ist.



In der Nacht vom 14.3. auf den 15.3. haben Alina und ich die sechs Monate voll gemacht! Die Emotionen welche mir dazu durch den Kopf gehen lassen sich nur unglaublich schwer in Worte fassen.
“Ich freue mich unglaublich hier zu sein!” trifft es wohl am besten.

Habe ich schon erwähnt, dass es wieder Sommer wird hier in Israel? Bis Sonntag gab es hier für fast eine Woche wieder Temperaturen um die dreißig Grad!!!
 Heute ist es wieder kühler (angenehmer) und da bin ich wirklich froh drüber, da die Hitze alles doch etwas “erschlagener” von sich gehen lässt.

Heute wurde endgütig entschlossen (Chefin), dass Lauren hier mit Alina und mir zusammen fest wohnt, da sie sich mit einer Mitbewohnerin in ihrer eigentlichen WG (welche auch Mitarbeiterin in unserem Hostel ist) überhaupt nicht versteht.
Ansonsten lässt sich noch sagen, dass die Russin immer noch bei uns wohnt, Alina gerade für neun Tage in Deutschland ist und Merlin immer dicker und hübscher wird ;)

So, wer bis zum Schluss durchgehalten hat: Masal tov! Herzlichen Glückwunsch ;)

Alles Liebe aus Jerusalem,

V.